Graziano Dainese steht da wie ein Soldat vor dem Kasernentor. Über sich einen Schirm, den er an der Absperrung zum Gerichtspalast befestigt hat. Er hat sich in die Trikolore gehüllt, eine Stunde lang rührt er sich nicht. Er steht ganz oben auf der Treppe, vor sich hat er das Monument, vor dem bald eine Schrift aufleuchten wird, die ihm nicht gefällt.
Es ist ein stiller Protest gegen die Entschärfung des Mussolini-Reliefs am Gerichtsplatz in Bozen, diesem Platz, der so einschüchternd groß ist, dass die Menschen sich fast nicht getrauen stehen zu bleiben – auf der einen Seite die...
Der gedrehte Duce
Die Leuchtschrift vor dem Mussolini-Fries am Gerichtsplatz in Bozen zeugt von einem neuen Umgang mit der Vergangenheit. Das passt nicht allen.
