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Bei Anruf Bischof
Der Bozner Michele Tomasi wird bald Bischof in Treviso. Er ist ein sehr nachdenklicher Geistlicher. Was hält ihn im Krisenbetrieb Kirche?
Georg Mair | 21. Aug 2019 | ff 34/2019
Michele Tomasi in der alten Bibliothek des Priesterseminars in Brixen: „Das Privileg, nach Sinn zu suchen“.

Foto: Ludwig Thalheimer

Michele Tomasi entschloss sich spät, Priester zu werden. Er war 27 und hatte schon an der „Bocconi“ in Mailand ein Studium der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen, als er den Mut fand zu springen. Seine Mutter fragte ihn: „Hast du Probleme mit einer Frau.“

Er hatte große Zweifel – die Zweifel der Mutter waren ja auch die seinen. Er hätte nichts dagegen gehabt, eine Familie zu gründen. Es war ihm, als würde er ins Unbekannte springen, den Boden nicht sehen. Doch immer wieder, erzählt er, sei er glücklich gelandet.

„Ich wollte weitererzählen, was mich an Jesus, seinen...

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