Immer wenn es um Sexualität geht, verkrampfen rechte Politiker. Sie sehen bei der Regenbogenfahne rot. Die Fahne steht für Vielfalt, sie ist ein Symbol für die LBGTQIA+-Gemeinde, für queere Menschen.
Es gibt noch immer Leute, die Schwule, Lesben oder Transpersonen als Abweichung sehen, diese Menschen bekehren wollen. Menschen, die das wollen, sind entweder extrem religiös oder extrem rechts. Sie glauben, dass die Welt binär ist, in Mann und Frau geteilt. Dass es eine Ordnung gibt, die die einen aus- und die anderen einschließt. Ein solche Ordnung gibt es nur in einem autoritären Weltbild.
Es geht also, wenn wir über die Regenbogenfahne reden, um nichts weniger als um gleiche Rechte, um Würde, um die Freiheit so zu sein, wie man ist, und so zu leben, wie man will (siehe Gastkommentar von Nicola Canestrini ab Seite 44).Deswegen ist es wichtig, die Regenbogenfahne zu zeigen, doch dem Aushängen der Regenbogenfahne müssen auch Taten folgen, etwa ein Landesgesetz, das die Diskriminierung von queeren Personen verbietet.
Wie verkrampft über das Thema geredet wird, zeigte eine Debatte über die Diskriminierung von queeren Personen, organisiert von der Gemeinde Bozen. Es redeten die Fraktionen im Gemeinderat (nicht reden wollten Fratelli d’Italia und Lega), der Schreiber dieser Zeilen moderierte. Der Veranstaltung voraus gingen heftige Diskussion, als würde daran die Regierungskoalition zerbrechen. Auf der Einladung stand nur „Diskriminierung“, kein Wort von LBGTQIA+.
Die Fratelli d’Italia und die Lega machen aus ihrer Homophobie kein Geheimnis, Landesrat Marco Galateo weigert sich, den Pressesaal des Landes zu betreten, solange die Regenbogenfahne dort hängt. Er inszeniert sich als Hüter einer Ordnung, die es nicht mehr gibt.
