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„Ein Zusammenbruch“
In der Coronakrise hat sich die italienische Justiz abgeschottet. Gerade in einer Krise, sagt der Anwalt Nicola Canestrini, müsste sie ein Fixpunkt für die Menschen sein.
Georg Mair | 10. Jun 2020 | ff 24/2020
Strafverteidiger Canestrini vor Gericht: Vor dem Lockdown fünf Verhandlungen an einem Tag, jetzt fünf in einem Monat.

Foto: Nicola Pasotto

Nicola Canestrini, 47, sitzt beim Skype-Interview in seinem Büro in Rovereto („Ich bin in Rofreit“, schreibt er in einem Mail) – weißes Hemd, schwarze Krawatte, Gel im Haar. Er ist ein bekannter Strafverteidiger wie schon sein Vater Sandro Canestrini, der die Südtirol-Attentäter verteidigte. Von seiner Mutter Martha de Biasi, Publizistin und Autorin von Gartenbüchern, hat er Deutsch (und den Dialekt) gelernt. Canestrini verteidigt die Südtiroler Freiheit ebenso wie die Besatzung der Juventa, des Schiffes, das im Mittelmeer Flüchtlinge rettete, bis es 2017 von den italienischen...

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