Zum Hauptinhalt
Schreiben ist Leben
Joseph Zoderer war Südtirols wichtigster Schriftsteller. Sein Werk wird bleiben. Literatur, sagte er, müsse provozieren, er hielt es für seine Pflicht, sich einzumischen. Jetzt ist er im Alter von 86 Jahren gestorben. Ein persönlicher Nachruf.
Georg Mair | 8. Jun 2022 | ff 23/2022
Joseph Zoderer 2010 in Bruneck bei einer Lesung anlässlich des großen Festes zu seinem 75. Geburtstag: „Wäre ich zufrieden, wäre ich verblödet.“

Foto: Othmar Seehauser

Gut 30 Jahre lang habe ich mit Joseph Zoderer zu tun gehabt, Südtirols bekanntestem Schriftsteller. Ich habe die meisten seiner Bücher besprochen, viele lange Interviews mit ihm geführt, mit ihm debattiert und gestritten, wir planten ein Buch zusammen, einen Band mit Gesprächen, der nicht erschien, weil er sich nicht darin wiederfand.

Ich hatte das Glück, seine Bücher meistens positiv rezensieren zu können. Manche habe ich auch verrissen. Das provozierte im Jahr 1995 den ersten heftigen Zusammenstoß mit ihm nach einer Besprechung seines Romans „Das Schildkrötenfest“.

Er, der...

Abo testen

Abonnieren Sie jetzt die ff - und Sie erhalten Zugriff auf alle Inhalte

Sie sind bereits Abonnent?