(gm) Die Ich-Erzähler in Norbert Gstreins Romanen sind notorisch unzuverlässig, Gestalten, die zwischen Hochmut und -Selbstanklage schwanken. Sehr präsent, doch gleichzeitig sehnen sie sich danach, zu verschwinden.
So wie dieser Jakob -Thurner in seinem neuen Roman „Der zweite Jakob“ (Hanser 2021, 448 Seiten, 27,50 Euro). Ein Schauspieler, der vom Schwarzgeld seiner Großmutter lebt, der auf einen bestimmten Typus in Filmen festgelegt ist, weil er einmal einen Frauenmörder gespielt hat, der sich mit seiner Vergangenheit konfrontieren muss, als ihn seine Tochter unvermittelt fragt:...
