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Ohne Pardon
Corona macht den Tod gegenwärtiger – und verwehrt vielen Menschen an ihrem Lebensende das, was so wichtig wäre: ein Abschied in Würde. Für Angehörige ein Alptraum.
Markus Larcher | 22. Dez 2020 | ff 52/2020
Ein Bild aus besseren Tagen: Besuche bei Kranken oder gar Sterbenden hat Corona während der ersten Welle zur Gänze unmöglich gemacht. Mittlerweile wird der Abschied in voller Schutzausrüstung und in streng reduzierter Form in Altersheimen erlaubt – doch nicht überall.

Foto: Alexander Alber

In der Zeit des großen Sterbens griff Papst Franziskus tief in den kirchlichen Arzneikasten. Er besann sich seines Bußgerichtshofs. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen hatte, stellte die sogenannte Apostolische Pönitentiarie, die päpstliche Gnadenbehörde, ihrerseits eine Notlage fest: den pastoralen Notstand. Angesichts der pandemischen Ausbreitung des Corona-Virus erlaubte sie in Covid-19-Krisengebieten eine Generalabsolution ohne vorherige Einzelbeichte; Patienten, die an Covid-19 erkrankten, konnten gar...

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