Nichts gibt mir so sehr das Gefühl, ein reicher Mensch zu sein, wie das Sammeln von Eiern und Honig. Weder beim Scheren der Schafe noch beim Ernten von Gemüse stellt sich in mir dieses tief befriedigende Gefühl von Sicherheit ein, das Empfinden, meine „Mission“ erfüllt zu haben, denn dazu muss erst die Vorratskammer bis oben hin gefüllt und die Wolle gesponnen sein.
In anderen Worten: Wolle und Gemüse erfordern Zeit und Arbeit, bis sie schließlich zu etwas Nützlichem verarbeitet wurden. Bei Eiern und Honig ist das anders: Von ihnen kann ich mich ohne Zwischenschritte ernähren. Vielleicht treffen diese zwei Produkte der Natur deshalb einen tief verborgenen Nerv, der in mir jedes Mal die Begeisterung für das einfache Essen weckt.
Die Bienen sind erst kürzlich bei uns eingezogen. Ich will euch nicht vorenthalten, dass sie ‒ im Gegensatz zu den Hühnern ‒ eine Herausforderung sind und sehr viel Einsatz erfordern. Eier und Honig in einem Rezept zu vereinen, bedeutet für mich, einen Kreis zu schließen. Die Tatsache, dass der Torrone in Italien eine traditionelle Weihnachtssüßigkeit ist, ergibt plötzlich so viel mehr Sinn, wenn wir verstehen, wie er gemacht wird: aus diesen beiden nahrhaften Zutaten, die es auf allen Breitengraden gibt und die in den kalten Wintermonaten sinnbildlich für das Leben stehen.
Zubereitung:Eines der Oblatenblätter auf ein Backblech legen (30 × 40 cm).
Das Eiweiß aufschlagen, aber nicht allzu steif. In einen Topf geben, den Honig hinzufügen und auf sehr kleiner Flamme ca. 1 Stunde unter ständigem Rühren köcheln lassen. So bekommt die Masse eine weiß glänzende, dickflüssige Konsistenz.
In der Zwischenzeit die Haselnüsse 15 Minuten im Ofen anrösten. Dadurch werden die Aroma-öle in den Nüssen freigesetzt, was sie noch schmackhafter macht.
Die Haselnüsse in die Eiweißmasse ein-arbeiten, anschließend alles auf das Oblatenblatt gießen. Die Schicht sollte etwa 3 cm dick sein. Zum Schluss das zweite Oblatenblatt darauflegen und vorsichtig andrücken, bis die Oberfläche relativ gleichmäßig ist (aber keine Sorge, wenn ein paar Nüsse „herausgucken“). Abkühlen lassen. Aufbewahren und servieren. Den Torrone in kleine Würfel schneiden und servieren.
Selbst gemachten Torrone lagert man am besten in einer Blechdose, er bleibt darin etwa einen Monat lang haltbar. Ich persönlich bewahre die Dose im Kühlschrank auf. Bei Bedarf hole ich die Stücke, die ich benötige, rechtzeitig heraus, damit sie beim Servieren Zimmertemperatur haben.
Zutaten
2 Blätter Oblatenpapier
für Torrone
1 Eiweiß
400 g flüssiger Honig
200 g Haselnüsse
(oder Mandeln)

