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Medien und Politik: Die regierende Opposition
21. Dez 2022 | ff 51/2022

Weihnachten ist und es geht auf Neujahr zu, Gutwünsche-Zeit, und ich weiß schon, was ich meinem Landeshauptmann wünsche: weniger Salto und Tageszeitung und noch mehr Dolomiten, wenn das geht. Ich kann das Geplärr von dem dolomitären Medienmonopol nicht mehr ausstehen. Wir haben hier einen Landeshauptmann, dem drei viertel seiner Landsleute vertrauen, und dort drei viertel Zeitung, die gegen ihn schreibt. Eine Gewaltenteilung, wie sie es nirgendwo sonst gibt. Macht und Gegenmacht – Demokraten, was wollen wir mehr!

Ich wünschte, es bleibt dabei. Und dafür muss ich einen Weihnachts-Neujahrswunsch gleich an die Freunde von Salto und Tageszeitung richten. Lieber Christoph Franceschini und lieber Artur Oberhofer, lasst nach in der In--brunst, mit der ihr täglich den Landeshauptmann in Schutz nehmt! Eure Brandschriften zu seiner Verteidigung sind zu gut gemeint und deswegen schlecht. Ihr erweckt in uns schlichten Lesern den Eindruck, Kompatscher hätte so etwas notwendig. Nichts kann ihm mehr schaden als der Verdacht, er sei schutzbedürftig. „Dagli amici mi guardi Iddio, che dai nemici mi guardo io.“ Braucht nicht übersetzt zu werden, nach den „Freunden im Edelweiß“ versteht das jeder. Den Dolomiten ist er’s schon, aber eure Umarmung – Gott bewahre!

Wäre schlimm, bliebe die Alternative im Land der -sogenannten Monopolpresse überlassen. Viel fehlt nicht und es ist so weit. Die Haushaltsdebatte letzte Woche im Landtag: wie fürsorglich sich die Oppositionsparteien plötzlich über die zerstrittene Volkspartei beugen! Als hielten sie es für pietätlos, sich drüber zu freuen, geschweige denn eigene Vorstellungen zu haben. So sehr rührt sie, dass die Alte schwächelt. „Führungsschwäche“ beklagen sie. Herrschaft, Oppositionen und Journalisten, findet zurück in eure -Rollen!

von Florian Kronbichler | Journalist, ehemaliger Chefredakteur der ff