Hoch über Lana liegt das Höhenkirchlein zum Heiligen Hippolyt. Hermann Mang, Volkstumspfleger und Domdekan von Brixen, schreibt 1942 in einem Büchlein über St. Hippolyt recht blumig: Es steht „kühn auf einem Hügel [...] und [schaut] weit über das sonnige Land hinaus [...], in das Land der Burgen und Kirchen, der breiten, behäbigen Ortschaften und der einsamen Berghöfe, in das Land der stolzen Berge und der fruchtbaren Weingelände [...].“ Dieser Beschreibung ist nicht viel hinzuzufügen, das passt auch heute noch! Entsprechend lohnt sich eine Wanderung zum Höhenkirchlein.
Der Wegverlauf.Wir starten an der Gampenstraße, die von Lana heraufkommt. Nach einem Tunnel, gut beschildert, finden wir einen freien Parkplatz und starten die Wanderung. Ein Forstweg schlängelt sich durch Laubwald und eine von abgeschliffenen Felsen und kleinen Terrassen geprägte Landschaft auf den Hügel. Der Wald lichtet sich zusehends und macht Büschen Platz. Stationen und Gedenktafeln erinnern uns, dass wir auf einem Besinnungsweg zum Gedenken an Papst Johannes Paul II. unterwegs sind und laden zum Nachdenken ein.
Nach etwa einer halben Stunde sind wir auf der Felskuppe mit der Kirche angelangt. Das etwas unterhalb stehende Bauernhaus, bis vor wenigen Jahren Jausenstation, ist verwaist und verriegelt. Aber das Schönste ist hier sowieso die unvergleichliche Aussicht zum Meraner Becken und übers Etschtal! Bänke und Felsstufen laden zur Rast ein. Für den Rückweg folgen wir auf der Nordseite einem anfangs holprigen Steig mit der Markierung Nr. 5 bergab durch Wald zu einem Sattel, dort bleiben wir an einer Wegteilung links und folgen eben den Schildern in Richtung Tisens und Narauner Weiher. Ein schattiger Waldweg säumt einen verträumten kleinen Waldsee und führt uns wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Die Hippolyt-Kirche: Funde belegen, dass der exponierte Felshügel bereits vor Tausenden von Jahren besiedelt war. Im 6. Jahrhundert wird ein langobardisches Kastell mit Namen „Tesana“ erwähnt, möglicherweise hat es hier gestanden. Die Kirche mit romanischen Stilelementen wird erstmals 1288 schriftlich erwähnt. Sie ist mustergültig restauriert, aber leider nicht zugänglich. Kirchenpatron ist der Heilige Hippolyt, Bischof im frühchristlichen Rom (3. Jh.). Im Zuge der Christenverfolgung wurde er ins Exil nach Sardinien vertrieben, musste in einem Bergwerk arbeiten und starb dort an Entbehrung. Deshalb wird er als Märtyrer verehrt.
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Infos in Kürze
Rundwanderung zum Hippolyt-Kirchlein durch eine geschichtsträchtige Landschaft mit prachtvoller Aussicht
Start: Parkplatz an der Gampenstraße, Naraun, 652 m
Schwierigkeitsgrad:Hinweg leicht, Rückweg mittel, weil kurze, holprige Steigpassagen.
Gehzeit:1 h, 110 Hm 2,4 km
Anfahrt: von der Falschauerbrücke in Lana auf der Gampenstraße SS 238 für 5,5 km bis zum Parkplatz Naraun kurz vor der Abzweigung nach Tisens. Mit öffentlichem Bus ab Lana, Haltestelle am Parkplatz.
Pilgerbüchlein: Über das Pfarramt Tisens (Tel. 0473 920926) kann ein Pilgerbüchlein angefordert werden, dort ist auch der Schlüssel zur Besichtigung des Kirchleins oder für Feiern erhältlich.
Einkehrtipp
Restaurant Zum Löwen:
Anna Matscher, Südtirols einzige Sterneköchin, führt in Tisens ein schönes, einmalig gutes Restaurant.
Hauptstraße 72, Tisens
Tel. 0473 920927
www.zumloewen.it
Mo. und Di. Ruhetag.
Das Buch zum Tipp
Oswald Stimpfl
Die schönsten Wanderungen rund um Meran
Leichte und lohnende Ziele
Folio Verlag (Wien/Bozen) 2020
ISBN 978-3-85256-808-9
Erhältlich im Buchhandel.

