Johanna von Call scheint in einem Museum zu wohnen. Einem ziemlich noblen, einem Eppaner Ansitz mit Erker, steingerahmten Türen, Teppichen und dunklen Massiv-holzmöbeln. Auf Tischen, Kommoden, in Glasschränken, auf dem Kaminsims, überall religiöse Kunstwerke: ein gotischer Christus, altersdunkle Gemälde von bärtigen Heiligen, geschnitzte Engelfiguren. Und Christkindln. Heerscharen von Jesuskindlein, aus Holz oder Wachs, nackt, nur die Scham mit einem Tuch bedeckt, oder in prunkvolle Gewänder gehüllt. Einige sind groß wie Babys, andere schmal und winzig wie ein kleiner Finger.
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