Zwischen dem Paradies und der Hölle liegen rund 520 Kilometer. Unten, im Süden des Landes, kämpft Matteo Renzi mit den Tränen. Elf Minuten dauert seine Ansprache im Palazzo Chigi in Rom, er sagt: „Ich habe verloren, meine Regierungszeit ist hiermit beendet.“
Oben, im Norden des Landes, präsentiert sich neun Stunden später ein lächelnder Arno Kompatscher. Der Landeshauptmann steht sichtlich gelöst in der Bozner SVP-Parteizentrale und sagt: „Das Ergebnis ist ein großer Vertrauensbeweis für die SVP und unsere Politik der Autonomie.“
Beide sagen, das Wahlergebnis sei „außergewöhnlich klar“....
Die spinnen, die Südtiroler!
Alle sagen Nein? Beileibe nicht. Ein kleines Völkchen widersetzt sich hartnäckig dem Reformunwillen der Italiener. Und die SVP richtet sich an der italienischen Misere sogar zu vergangener Größe auf. Zu Recht?
