Ich kann mich kaum noch daran erinnern, über wie viele Tiefpunkte ich seit Beginn der Invasion geschrieben habe. Und doch war die Millionenstadt Kyjiw selbst im Krieg, trotz nächtlicher Einschläge, Ausgangssperre und ständiger Alarmbereitschaft, lange eine Stadt, in der sich das Leben irgendwie hielt. Eine Stadt, in der man sich in Restaurants, bei Konzerten oder in Kaffeehäusern einen Rest von Normalität zusammensuchte, als ließe sich nach einer Nacht voller Raketen und Drohnen einfach eine neue Seite aufschlagen und das Geschehen mit einer Tasse Cappuccino am Morgen übertünchen. Doch...
Auf dunklen Wegen
Kyjiw erlebt einen harten Winter: Stromausfälle, Kälte und russische Angriffe zermürben die Menschen. Gleichzeitig erschüttert ein Korruptionsskandal das Land. Daniela Prugger aus Kyjiw
