Der Artikel ist sehr aufschlussreich und sammelt sämtliche Problematiken betreffend die Tätigkeit der Wanderleiter im Winter. Bei genauer Betrachtung kommt einem der starke Verdacht, dass die Bergführer darauf bedacht sind, den Wanderleitern Prügel bei ihrer Tätigkeit im Winter in den Weg zu legen. Zuerst waren es die Schneeschuhe. Diese Schikane ist von der nationalen Kammer der Bergführer entkräftet worden. Jetzt kommt die Geschichte der „verschneiten Böden“. Das Staatsgesetz gibt einem Wanderleiter anscheinend nicht die Möglichkeit, im Winter zu wandern, das Land mit seiner primären Gesetzgebung schon. Die Tatsache, dass die Schneeschuhe von der nationalen Kammer der Bergführer nicht als alpintechnische Geräte deklariert wurden, ermächtigt anzunehmen, dass die nationale Kammer de facto die Tätigkeit der Wanderleiter auf ver-schneiten Böden anerkennt. Auf nationaler Ebene hat man anscheinend keine Probleme mit dem Schnee. In Südtirol schon. Geht es hier um Eifersüchtelei, Konkurrenzkampf oder ist es wieder einmal die kleinliche wortwörtliche Gesetzesauslegung?
Was kommt dann als dritte Schikane? Womöglich ein Riesenkurs über Lawinenkunde und dergleichen, bei dem einem Wanderleiter die Lust vergeht, sich im Sonderverzeichnis einzutragen, um seine Arbeit ohne Ärger machen zu können. Dass man am 9. November aus dem Nichts heraus hergeht und behauptet, dass die Wanderleiter nicht auf verschneiten Böden gehen können, nachdem Tourismusvereine, Hotels usw. diese schon eingeplant haben und sie auf sämtlichen Prospekten aufscheinen, nachdem die dementsprechenden Arbeitsverträge abgeschlossen sind, ist bedenklich. Dass die Wanderleiter bei der Generalversammlung über die vorgetragene Bilanz der Kammer nicht einmal abstimmen können, müsste eindeutig der Geschichte angehören. Sie können lediglich die von ihnen gut finanzierte Bilanz bewundern. Es ist höchste Zeit, dass sich die Wanderleiter soweit als möglich selbstständig machen, ihre eigene Vollversammlung organisieren, ihre eigene Rechtslage selber in die Hand nehmen, um sich nicht mehr auf unangenehme und peinliche Art und Weise bevormunden lassen zu müssen.
Otto Moling, Stern, auch im Namen anderer Wanderleiter