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Liebe Leserin, lieber Leser,
ff media | 13. Nov 2019 | ff 46/2019
Peter Assmann ist der neue Direktor des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. Georg Mair hat ihn gefragt, wie er den schlafenden Riesen wecken will. Die Antworten lesen

Foto: Martin Gamper

wer sind die Männer, die Sex kaufen? Das wollte die grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa vor vier Jahren wissen und stellte eine Anfrage im Landtag. Die Anfrage hatte Folgen (oft bleiben sie im Landtag hängen): Das Landesamt für Kinder- und Jugendschutz regte eine Studie an, die Streetworker vom Projekt Alba (damit will der Verein Volontarius Prostituierte von der Straße holen) befragten Prostituierte und Freier.

Die Studie liegt ff vor. Alexandra Aschbacher beschreibt in der Titelgeschichte in dieser Ausgabe eine Welt, in der Frauen schutzlos sind und Männer es als selbstverständlich erachten, dass sie den Körper von Frauen kaufen können. Gina Quiroz von Volontarius, die für die Studie die Sexarbeiterinnen befragt hat, sagt: „Der Kampf gegen Menschenhandel und Ausbeutung hat nur dann eine Chance, wenn wir für das Thema sensibilisieren können“ (ab Seite 26).

Eines der Themen, die in diesen Tagen rauf und runter dekliniert werden, ist die Herstellung von Plastik, Plastikmüll und die Besteuerung von Plastik (dagegen wehren sich die Lobbys mit aller Macht). Mauro Gambaro und Emanuele Fracceri erleben täglich, was Plastik anrichtet, wenn sie im Meer vor Genua Plastikmüll statt Fische aus dem Meer holen. Das Absurde daran: Sie werden bestraft, wenn sie ihn an Land bringen.

Leon Willner und Greta Prünster sind mit ihnen hinausgefahren und haben ihre Geschichte aufgeschrieben. Der Müncher Willner und die Eppanerin Prünster sind Absolventen der Deutschen Journalistenschule in München. Ihre Reportage lesen Sie ab Seite 36.

Mit den Absurditäten Italiens vertraut ist auch Peter Assmann. Er war bis Ende Oktober Direktor des Herzogspalasts in Mantua. Jetzt leitet er die Tiroler Landesmuseen in Innsbruck mit dem Ferdinandeum im Zentrum. Assmann ist keiner, der sich ein Blatt vor den Mund nimmt, die vorige italienische Regierung und die Lega kritisiert er scharf. Jetzt muss er mit den Tiroler Verhältnissen zurecht kommen.

Museen, sagt er, müssten gesellschaftliche Diskussionen aufgreifen. Wie er das Ferdinandeum mit Südtirol und dem Trentino verbinden und dem Haus einen neuen Schub geben will, lesen Sie im Interview von Georg Mair ab Seite 42.

Wir wünschen Ihnen eine anregende ff-Lektüre!