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Die Wucht der leisen Geschichten
Die Fotografin Franziska Gilli arbeitet für große deutsche Medien. Sie hat einen scharfen Blick für gesellschaftliche Zustände. Jetzt wird sie mit dem Walther-von-der-Vogelweide-Preis ausgezeichnet.
Georg Mair | 8. Nov 2023 | ff 45/2023
Fotoprojekt „Hure oder Heilige – Frau sein in Italien“ von Franziska Gilli und Barbara Bachmann: Blick hinter die Kulissen eines Business, das Frauen als Ware betrachtet.

Foto: Franziska Gilli

A

ls Franziska Gilli ihre Mutter pflegte, hatte sie keine Worte, um zu beschreiben, was sie sah und empfand. Ein Foto, dachte sie, würde helfen zu beschreiben, was sie sah. Bevor sie zur Arbeit ging, pflegte sie während eines Praktikums in Bozen die Krebswunden ihrer Mutter. Nach dem Tod der Mutter ging sie nach Berlin, war unzufrieden mit der Arbeit in einer Künstleragentur. Und bewarb sich an verschiedenen Hochschulen, aufgenommen wurde sie in Hannover an der Hochschule für Fotojournalismus und Dokumentarfotografie. Seit 2011 lebt sie in der Stadt.

Gilli (36, in Kardaun in...

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