An manchen Abenden dieses verregneten Oktobers fühlt sich Oswald Thalmann richtig müde. Es ist nicht sein Alter, in sieben Monaten wird er in Rente gehen, es ist die Mehrarbeit, die er zu stemmen hat, seitdem die zweite Coronawelle mit voller Wucht das Land erfasst hat. Thalmann ist Haus- und Amtsarzt in der Pusterer Gemeinde Terenten.
Ihm kommt alles wie ein Déjà-vu vor. Wie schon bei der ersten Coronawelle hängt Thalmann viel am Telefon. Er muss Voranmeldungen und Untersuchungen organisieren, Visiten planen, Coronatestungen organisieren und Patienten betreuen – Fernwartung nennt...
