Pünktlich im Oktober beginnt der Sanitätsbetrieb mit der Werbekampagne für die Grippeimpfung. Gleichzeitig wird, obwohl sie freiwillig ist, dabei auf bestimmte Berufsgruppen subtiler Druck ausgeübt, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Nun gibt es Gründe für die Grippeimpfung, aber auch gute Gründe dagegen. Denn die Evidenz für klinisch wirklich relevante Endpunkte bei der jährlichen Grippeimpfung sieht nicht so gut aus.
Die Grippeimpfstoffe in der jetzigen Strategie mit Peptidepitopen für einzelne Stämme erzeugen nur eine unzureichende Immunität und Schutz für vielleicht irgendwann spontan auftretende gefährliche Stämme.
Dazu kommt, dass sich bei älteren Menschen eine Immunoseneszenz entwickelt. Das bedeutet eine altersbedingte Schwächung des Immunsystems. Daher kann es auch zur Reaktivierung von chronisch persistenten Infekten wie TBC und Gürtelrose kommen. Eine weitere Folge dieser Schwächung des Immunsystems ist, dass man bei älteren Menschen bei der Grippeimpfung am meisten Non-Responder hat (siehe wissenschaftliche Expertise: Effect of homeostatic T-cell proliferation in the vaccineresponsiveness against influenza in elderly people). Allen verbleibt aber als wirklich gute Vorbeugung gegen Grippe und viele andere Infektionen regelmäßige Bewegung im Freien, naturnahe gesunde Ernährung und ein gutes Seelenleben.
Josef Mulser, Villanders