Es ist wohl das größte existierende Relief aus der faschistischen Zeit überhaupt. Das Werk des Südtirolers Hans Piffrader auf dem Bozner Gerichtsplatz beeindruckt allein schon durch seine Größe. 36 Meter breit und 5,5 Meter hoch, eine rund 200 Quadratmeter große, in Travertinstein gemeißelte Hymne an den Faschismus.
Im Mittelpunkt reitet ein stolzer Duce, die Hand zum faschistischen Gruß erhoben. Um ihn herum scharen sich streng blickende Arbeiter, Bauern und Soldaten, die den zu Füßen des Pferdes eingearbeiteten Befehlen zu entsprechen haben: „Credere, obbedire, combattere“. Sie müssen...
Von Hans zu Hannah
Ab Sonntag wird das Mussolini-Relief in Bozen von einer Leuchtschrift verdeckt: „Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen“. Ist der Duce damit entschärft?
Für die Historisierung des Mussolini-Reliefs (hier noch in der ursprünglichen Version) wurde laut Landesrat Christian Tommasini ein Gesamtkostenrahmen von 290.000 Euro vorgesehen. Die Bauarbeiten führte die Firma Bolzano Costruzioni GmbH durch, die Leuchtschrift brachte das Unterrainer Unternehmen Neon Alpi GmbH an, die Elektro- und Videoanlage geht auf die Neumarkter M.G.M. Electric zurück. Geleitet wurde der Umbau vom Bozner Architekt Luca Marchesoni, Gestaltung und Design oblag der Gruppe Gut OHG aus Bozen. Koordiniert hat die Arbeiten das Landesamt für Bauerhaltung.
Foto: Alexander Alber
