Die Leute aus der Familie meiner Großmutter gingen ein Leben lang nie auf die „Wiesn“, hielten sich viel lieber in der Natur auf, der Großonkel, der unweit von München in Krailling wohnte, ging, während das Oktoberfest eröffnet wurde, mit dem Hund spazieren. Nicht alle Bayern gehen auf das Oktoberfest und schütten eine Mass nach der anderen in sich hinein.
Sind es nicht Momente in der Natur, fern von den Massen, die uns mehr geben als oberflächliches Lustigsein, das einem im Leben nichts gibt, was in uns längerfristig lebendig bleibt? Anders wäre es, wenn man auf einer Waldwiese im Mondlicht steht, in einer einsamen Gegend die Stille fühlt oder in einer weiten Landschaft die Abenddämmerung erlebt. Was durchaus das Beisammensein mit Menschen und auch fröhliche Stunden nicht ausschließt, mit Gleichgesinnten und vor allem: mit Menschen und nicht in einer unüberschaubaren Masse.
Georg Lezuo, Bozen