Es stimmt: Südtirol ist, wenn man die materielle Seite sieht, ein Wohlstandsland. Doch kann es auch andere Aspekte geben, die unter den Menschen Unbehagen und teilweise auch Gefühle des Zornes auslösen. So die Machtstrategien so mancher Mandatare, das, was man Berufspolitikertum nennt, die engen Beziehungen zwischen Macht und Geld, das Vorhandensein von Interessengruppen auf einem glitschigen Parkett und hohe Gehälter, über die Politiker selbst bestimmen können. Verwiesen sei auf das bekannte Buch der Autoren Oberhofer und Franceschini.
Diese oben angedeuteten Dinge haben mit Wohlstand nichts zu tun, sehr wohl jedoch mit dem Empfinden für Demokratie und für Gerechtigkeit vonseiten des Bürgers: Schlussendlich ist in einer Demokratie das Volk der Souverän und besteht die Aufgabe des Mandatsträgers, dem Auftrag seiner Wählerschaft nachzukommen.
Was sich in Wirklichkeit abspielt, ist oft ein von taktischen Manövern bestimmtes Schauspiel im eigenen Machtinteresse und nicht im Interesse des Wählers beziehungsweise Bürgers, und reicht bis zu schmutzigen Machenschaften.
Solche Dinge ärgern Menschen, unabhängig von materiellem Wohlstand.
Georg Lezuo, Bozen