Warum bekommt meine behinderte Schwester keine Zahnbehandlung? Leserbrief von Monika Senfter in ff 42/18
Frau Senfter ist bereits vorab von verschiedenen Stellen des Gesundheitsressorts und des Sanitätsbetriebes zu diesem komplexen Thema kontaktiert worden. Zuletzt hat der Leiter des zahnärztlichen Dienstes Meran, Dr. Christian Greco, Frau Senfter selbst angerufen und ihr eine Visite für die Schwester angeboten, er wollte sich mit den Kollegen im Krankenhaus Bozen in Kontakt setzen, um eine Lösung zu suchen.
Offensichtlich hat Frau Senfter jedoch beides abgelehnt, weil sie einen Termin in einer Privatklinik in Anspruch nehmen will. Dies ist schade, denn der zahnärztliche Dienst am Krankenhaus Bozen sieht diese Form der Betreuung (Visite, Extraktion, Prothetik) bei schweren Behinderungen vor. Ob eine Prothese oder Implantate geeignet sind, muss im Laufe der Untersuchung – die bei Bedarf auch in Vollnarkose im Krankenhaus Bozen durchgeführt werden kann – entschieden werden. Offensichtlich fehlte hier die vollständige Information, sollte Frau Senfter dieses Angebot doch in Anspruch nehmen wollen, kann sie sich hierfür an den Koordinator des zahnärztlichen Dienstes Bozen wenden.
Die Anfrage um eine Kostenübernahme für Behandlungen im privaten Bereich kann nicht positiv bewertet werden, da hierzu die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen keine Vergütung vorsehen: Die Kosten für prothetische Leistungen werden nicht vom öffentlichen Dienst übernommen. Wenn die finanziellen Voraussetzungen laut EEVE nicht gegeben sind, wie Frau Senfter erklärt, ist es leider auch nicht möglich, über diese Schiene einen Beitrag zu erhalten.
Natürlich verurteilen wir die im Brief zitierten Aussagen, leider ist niemand konkret benannt. Sollte sie aber tatsächlich so getätigt worden sein, entschuldigen wir uns dafür in aller Form. Es wurden hierzu bereits Erkundigungen eingeleitet.
Lukas Raffl, Direktor Abteilung
Kommunikation, Marketing und
Bürgeranliegen Südtiroler
Sanitätsbetrieb, Bozen
