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Liebe Leserin, lieber Leser,
ff media | 10. Okt 2023 | ff 41/2023
Christian Wenter beim Interview mit Alexandra Aschbacher im Park des Hotel Monschein in Bozen. Nach 38 Jahren als Geriatrie-Primar ist der Meraner in den Ruhestand getreten – und zieht Bilanz.

Foto: Ludwig Thalheimer

Wissenschaftlerinnen und Politiker aus der ganzen Welt kommen nach Bozen an die Eurac, um sich beim Center für Autonomy Experience über das Modell Südtirol zu informieren. Die meisten von ihnen stammen aus Ländern, in denen es Minderheitenkonflikte gibt, oder sie forschen dazu – Fachleute, die manchmal den Kopf schütteln, wenn sie das Prinzip des ethnischen Proporzes erklärt bekommen. Oder sie schütteln den Kopf, weil es in dem Land, aus dem sie stammen, keinen auch nur annähernd vergleichbaren Schutz von Minderheitenrechten gibt. Vielen erscheint Südtirol als ein Schlaraffenland.

Aber was für ein Land ist dieses Südtirol eigentlich? Und wohin steuert es? Fragen, die vor der Landtagswahl am 22. Oktober noch relevanter als sonst sind. Wie wird das Land aber von außen gesehen? ff hat sieben Journalistinnen und Journalisten um ihren Blick auf Südtirol gebeten – allesamt Medienleute, die nicht von hier stammen, aber doch eine besondere Beziehung zu diesem Land haben. Andrej Werth hat ihre Beobachtungen in der aktuellen Titelgeschichte gesammelt: Wohl ist die Welt so groß und weit, ab Seite 16.

Einen Blick auf 38 Jahre als Altersmediziner im Südtiroler Sanitätsbetrieb wirft Christian Wenterals Außenstehender. Vor Kurzem ist der langjährige Meraner Geriatrieprimar in den Ruhestand getreten, jetzt ist er raus, raus aus dem Krankenhaus, raus aus dem Gesundheitssystem. Mit ihm geht ein Mann, der wie kaum ein anderer in Südtirol die Interessen der alten Menschen vertritt. Und der sich stets seinen kritischen Blick auf die Südtiroler Sanität bewahrt hat. „Das Problem ist: Das System glaubt heute noch, wir könnten so weitermachen wie bisher“, sagt er. Alexandra Aschbacher hat Wenter zu einem Interview getroffen, in dem er Bilanz zieht: „Ich freue mich jetzt, alt zu werden!“,ab Seite 50.

Einen Blick von außenkönnte auch Diane Schumacher Messnerbieten. Doch im Porträt von Silke Hinterwaldner soll es allein um sie gehen – die gebürtige Luxemburgerin und neue (Ehe-)Frau von Reinhold Messner. Wer die Frau an der Seite des weltberühmten Südtirolers ist, lässt sich in Königin des Achttausenders nachlesen, ab Seite 62.

Diane Schumacher (rechts) im Gespräch mit Silke Hinterwaldner. Sie hat die Ehefrau Reinhold Messners auf der Terrasse ihres Suldner Zuhauses zum Porträttermin getroffen.

Foto: Ludwig Thalheimer