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In die steinerne Stadt Langkofel
ff media | 6. Okt 2021 | ff 40/2021
Die steinerne Stadt an der Ostseite des Langkofels wird von vielen Hunderten Steinklötzen gebildet.

Foto: Edition Raetia

Bei einer Umrundung des Langkofelmassivs kommt man an mehreren Lagern von mittelsteinzeitlichen Jägern und Sammlerinnen vorbei. Die sogenannte Steinerne Stadt wird von vielen Hunderten Steinklötzen gebildet, welche im Vergehen der Zeit aus den Wänden des Langkofel brachen.

Unweit des Langkofel, am Tschonstoan auf der Seiser Alm, wurden die ältesten Silexfunde Südtirols entdeckt. Demnach waren schon vor 14.000 Jahren die mittelsteinzeitlichen Jäger und Sammlerinnen im zusammenhängenden Gebiet zwischen dem Schlern bis hin zum Sella-, Pordoijoch und Grödner Joch unterwegs.

Weit über 40 Fundplätze erzählen, dass sie über viele Generationen hinweg jeden Sommer den Weg von ihren südlich gelegenen Winterquartieren in diese artenreiche Bergwelt auf sich genommen haben. Offensichtlich fanden sie hier ideale Jagd- und Lebensbedingungen vor, und so errichteten sie ihre Lager vornehmlich an aussichtsreichen oder an wind- und wettergeschützten Plätzen. Besonders beliebt waren dabei die hoch liegenden Gebiete wie jene rund um den Langkofel, von wo sie ein weites Areal überblicken und bejagen konnten und in denen es gute Wegverbindungen über die Berge gab.

Besonders schön gestaltet sich der Ausblick an der Westseite des Massivs zu Füßen des Plattkofels, von wo aus sich die weltbekannte Seiser Alm mit all ihren landschaftlichen Reizen samt dahinterliegenden Dolomitenbergen freizügig präsentiert.

Gegen Osten in Richtung Sellajoch, das den Abschluss des Grödner Tals bildet, finden wir hingegen eine so beeindruckende wie archaische Steinlandschaft vor, in welcher die steinzeitlichen Jägernomaden Schutz und die beste Ausgangslage für ihre weiten Jagdzüge vorfanden.

Die sogenannteSteinerne Stadt wird von vielen Hunderten Steinklötzen gebildet, welche im Vergehen der Zeit aus den Wänden des Langkofel brachen. Manche sind hausgroß, und etliche bilden natürliche Felsüberhänge und waren ideale Wohnsteine, die es ermöglichten, ein einfaches Lager mit schützendem Dach zu errichten.

Zahlreiche aufgefundene Silexwerkzeuge und -abschläge von der Steinernen Stadt bis hin zum Sellajoch und den Plans de Frea zeigen, wie überaus beliebt das Gebiet für die Steinzeitmenschen war.

Die ausführliche und ungekürzte Version der Wanderung finden Sie im Buch.

Martin Ruepp|Astrid Amico Mystische Orte in Südtirol Wasser, Kulte, Mythen 368 Seiten ISBN 978-88-7283-740-5 Euro 29,90 Edition Raetia

Foto: Edition Raetia

Infos in Kürze

Umrundung des Langkofelmassivs

Startpunkt: Bushaltestelle Sellajoch

Weg: Friedrich August
Nr. 557 bis Fassajoch –
Nr. 527 bis Abzweigung Langkofelhütte –
N Via Stradal Nr. 526 zurück bis Parkplatz

Länge: 15,9 km

Höhenleistung:693 m

Gehzeit:5 h 30 min

Das Buch zum Tipp

Martin Ruepp|Astrid Amico

Mystische Orte in Südtirol

Wasser, Kulte, Mythen

368 Seiten

ISBN 978-88-7283-740-5

Euro 29,90

Edition Raetia