Der Tschögglberg, der das Etschtal vom Sarntal trennt, fällt auf der Ostseite mit wald- und wiesenbedeckten Kuppen ins Tal ab. Auf einem dieser Buckel liegen die Putzerhöfe und kurz oberhalb, auf 1.622 m, Kirche und Gasthaus vom Putzerkreuz, ein einmaliges Plätzchen, einst ein viel benutzter Übergang vom Sarntal nach Flaas, Jenesien, Mölten und ins Etschtal. Wie eine Theaterkulisse liegt auf der gegenüberliegenden Talseite der braunrote Porphyrfelsklotz der Sarner Scharte, dahinter lugen die Dolomiten mit dem Rosengarten hervor.
Die in den Sommermonaten geöffnete Kirche ist immer noch gut besucht. Im hellen Innenraum steht, auf dem im Stil des Historismus gestalteten Altar, das verehrte, grob geschnitzte große Kreuz, flankiert von Johannes und der Muttergottes. Ein besonderer Bitttag ist der Tag der hl. Margareth, der Wetterheiligen (Samstag vor dem 20. Juli), da wird um gutes Wetter gebetet. Am zweiten Wochenende im September, dem Heilig-Kreuztag, ist Kirchtag mit Messe und anschließendem ausgelassenen Feiern im Gasthaus.
Wir starten beim Parkplatz am Südende des Dorfes, überqueren die Talfer, folgen dem Bachweg, biegen links in die Runggener Straße ein und folgen den Wegweisern Nr. 5 (Putzerkreuz, 1 Stunde 40 Minuten). Oberhalb des Bürgerhauses geht es zum Waldrand und jetzt bergauf durch Wald zum Premstallerhof, auf der Hofzufahrt über Wiesen zur asphaltierten Zufahrtsstraße zum Weiler Putzen. Wir folgen ihr ein kurzes Stück, bis bei einer Wegteilung der alte Pilgerweg steil in den Wald eintaucht. Am Wegrand stehen die alten, moosbewachsenen steinernen Kreuzwegstationen, sie bringen uns zu den Putzerhöfen, am neuen großen Parkplatz vorbei zu einem Löschwasserteich und nun auf breitem Forstweg zum Kirchlein und dem danebenliegenden Gasthaus
Putzerkreuz. Unterhalb des Gasthauses nehmen wir jetzt den ebenen Waldsteig Nr. 21 („Schörgau, Hauserberg“), bei einer Abzweigung gehen wir links auf breiterem Weg und auf einem Stück einer geteerten Höfezufahrt zügig bergab. Oberhalb des Hotels Bad Schörgau treffen wir auf den Wald- und Wiesenweg Nr. 24, der uns der Talfer entlang zum Parkplatz in Sarnthein zurückbringt.
Infos in Kürze
Ideale Wanderung, um ein Stück vom urigen Sarntal kennenzulernen.
Schwierigkeit: mittel; steile und steinige Wegstücke.
Gehzeit: 3 Stunden 45 Minuten,
680 Höhenmeter, 10 km
Start: Sarnthein, 946 m
Anfahrt: von Bozen nach Sarnthein, großer gebührenfreier Parkplatz am Südrand des Dorfes.
Linienbus ab Bozen fährt im Halbstundentakt
Alternativ: Wanderbus (bis 4. Okt.) von Sarnthein bis zum großen Parkplatz bei den Putzerhöfen, von dort nur mehr 150 Höhenmeter und 25 Minuten Gehzeit zu Kirche und Gasthaus. Auffahrt bis dort auch mit Pkw möglich.
Einkehrtipp
Almgasthaus Putzerkreuz: Gemütliche holzgetäfelte Gaststube mit Bauernofen, Terrasse, Garten, Tel. 333 4195163
Die ungekürzte Version und viele weitere Wandertipps finden Sie im Buch.


