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Ermordet
Warum Männer Frauen töten; Interview mit Christine Clignon: Titelgeschichte in ff 34/23
ff media | 6. Sep 2023 | ff 36/2023

Ich kenne selbst viele Leute mit türkischer Abstammung. Mit einem, der kein Anhänger des Islam ist, bin ich gut befreundet, ich habe mich häufig mit ihm ausgetauscht und kann sagen, wer behauptet, dass der kulturelle Hintergrund beim Frauenbild keine Rolle spielt, der irrt sich und darf mal gerne nach dem Begriff „Ehrenmord“ suchen.Zudem liefert Georg Mair Daten über Gewalt gegen Frauen, die sich mit meinen Vermutungen decken. „In 38 Prozent der Fälle war der Täter ausländischer Herkunft, in 54 Prozent der Fälle besaß er die italienische Staatsbürgerschaft.“

Jetzt wird man mir wahrscheinlich entgegnen, dass die italienischen Staatsbürger schlechter abschneiden als jene, die einen Migrationshintergrund haben. Ja, das stimmt, wenn man diese Zahlen nicht in einen Kontext setzt. Der männliche Ausländeranteil betrug in Italien 2022 etwa 5,3 Prozent, das macht etwa 10,87 Prozent der männlichen Gesamtbevölkerung aus. Das bedeutet, dass diese 10,87 Prozent der männlichen Migranten mit 38 Prozent in der Statistik überproportional vertreten sind. Das heißt, dass Ausländer fast sechs Mal öfter einen Femizid begehen als die einheimischen Männer. Und das hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern ist eine relativ nüchterne und wertfreie Feststellung meinerseits und ist meiner Einschätzung nach auf eine unregulierte Migrationspolitik zurückzuführen, die seit etwa 2015 besteht. Dies ist nicht nur unfair gegenüber der einheimischen Bevölkerung, sondern auch den Migranten gegenüber, die hierherkommen und sich wirklich in unsere Gesellschaft integrieren wollen. Wenn man aber bei solcher Kritik Rassismus unterstellt bekommt, statt sachlich dagegen zu argumentieren, vergiftet dies nur den Diskurs. Das politisch linke Lager tendiert dazu, Migranten pauschal in Schutz zu nehmen, eine gesunde politische Mitte ist gefühlt kaum vorhanden und von daher darf man sich dann leider auch nicht wundern, wenn in vielen Staaten Europas plötzlich ein Rechtsruck stattfindet.

Christian Chorina, Jenesien