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„Ich bin die Hirtin“
Sechs Monate lang hütet die Spanierin Celia Martinez Aragón die Schafe der Stilfser Bauern. Ein harter Job in einer rauen Landschaft.
Andrej Werth | 30. Aug 2022 | ff 35/2022
Die Landschaft ein Traum, der Job eine große Herausforderung: Celia Martinez Aragón wollte schon ein paar Mal aufgeben. Aber sie blieb.

Foto: Ludwig Thalheimer

Zwei Mal am Tag schreibt Celia Martinez Aragón Tagebuch, einmal am Morgen, einmal am Abend. Es sind Beobachtungen, Gedanken, Erlebnisse, die sie notiert, etwa wenn ein Schaf ihrer Herde verendet. Warum verendete es, wo, wann. Oder sie schreibt auf, wie das Wetter war. Oder wie viele Tage die Schafe und Ziegen auf welcher Weide gegrast haben. Das Tagebuch ist ein Protokoll über ihre Arbeit, sie will die Übersicht behalten. Das ist wichtig für jemanden, der sich ein halbes Jahr um 400 Schafe, 30 Ziegen, acht Hunde und ein bisschen auch um sich selbst kümmern muss.

Am Tag, an dem sich...

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