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„Wir sind in Verzug“
Der Jurist Francecso Palermo beobachtet die Entwicklung der Autonomie seit vielen Jahren. „Wenn wir jetzt bestimmte Reformen nicht machen“, sagt er, „dann sehe ich schwarz.“
Politprominenz zum 70. Geburtstag des Pariser Vertrages am 5. September 2016 auf Schloss Sigmundskron: Der damalige Premier Paolo Gentiloni, Österreichs damaliger Außenminister Sebastian Kurz, Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Foto: Alexander Alber

ff: Herr Palermo, angenommen, Degasperi und Gruber hätten dieses Abkommen 1946 nicht unterschrieben – was wäre aus uns geworden?

Francesco Palermo: Südtirol wäre wohl ein Minderheitengebiet wie viele andere. Es würde eine gewisse kulturelle Vielfalt geben, das Deutschsprachige wäre zwar präsent, aber eher als Folklore, das Ladinischsprachige wäre wahrscheinlich verschwunden. Vielleicht würde es einige politische Spannungen geben. Die Situation könnte jener der ungarischen
Bevölkerung in der Südslowakei ähnlich sein.

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