Frau Elisabeth Kusstatscher hat fürwahr ein grundlegendes gesellschaftliches Problem angesprochen: „Leider wird noch viel zu häufig Frontalunterricht praktiziert mit stundenlangem Stillsitzen“, resümiert die Sozialpädagogin. Aus eigener Erfahrung kann ich ihr voll zustimmen. Gewisse alteingesessene Pädagogen/Pädagoginnen in der Stammrolle unterrichten noch nach Steinzeitmethoden: frontal, fadisierend – eben veraltet. Den Schülern wird das Wissen förmlich eingetrichtert. Es geht vielen um Quantität und nicht um Qualität. Ja, die Kinder müssen still sitzen und parieren, sonst werden sie mit schlechten Noten abgeurteilt. Der österreichische Autor Thomas Bernhard spricht in „Ein Kind“ diesbezüglich von der „Zerstörung der kindlichen Seele“.
Das Stammrollensystem muss überdacht werden. Auch ich plädiere für das Schweizer Modell mit einem Dreijahresvertrag für Lehrer, weil man sich dadurch stets neu bemühen muss. Wir brauchen eine innovative Schule und damit eine bessere Gesellschaft!
Hubert Zingerle, Bruneck