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Liebe in Zeiten des Krieges
ff media | 17. Aug 2022 | ff 33/2022
Madeline Miller, Das Lied des Achill. Eisele 2020, 436 Seiten, 18,70 Euro

Der Debütroman von Madeline Miller, ausgezeichnet mit dem Orange Prize for Fiction, kleidet eine der bekanntesten Geschichten aus der griechischen Mythologie in neuem Gewand. Zwischen dem Halbgott Achill und Patroklos blüht eine zarte Liebe auf. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als ein friedliches Leben.

Doch als Paris Helena aus Sparta entführt, müssen alle Männer Griechenlands in den Kampf gegen Troja ziehen. Auch Achill. Er werde, prophezeien die Götter, Ruhm und Ehre ernten – und als größter Kämpfer in die Geschichte Griechenlands eingehen. Mit ihrem einfühlsamen Schreibstil gelingt es Madeline Miller, das Buch in lebhaftes Kopfkino umzuwandeln. Das Beste daran: Die Beziehung zwischen den beiden jungen Männern wird von der Autorin als selbstverständlich beschrieben und die Figuren werden weniger als Helden dargestellt, sondern als Menschen, die versuchen, ihr Schicksal, die gesellschaftlichen Normen, zu überwinden.

Andreas Kofler