Die einen dürfen, die anderen nicht
Wasser sparen und Tourismus: Leitartikel von Alexandra Aschbacher in ff 31/25
Der Leitartikel setzt sich mit der aktuellen Wasserknappheit auseinander; derzeit und wohl auch zukünftig eine der zentralen Fragen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Abgesehen davon, dass die Aussage, der Tourismus würde im Dekret nicht erwähnt, nicht stimmt, ist es schade, dass ein weiteres Mal der Tourismus in Kombination mit aus dem Gesamtkontext gerissenen Daten herhalten musste, um die Diskussion über ein so wichtiges Thema in die inzwischen inflationäre Erzählung „Einheimische gegen Gäste“ einzubetten.
Die Diskussion über den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser ist aber wichtig und richtig. Der HGV unterstützt die vom Land erlassenen Maßnahmen zum Wassersparen ausdrücklich und wir haben unsere Mitgliedsbetriebe dazu aufgerufen, diese konsequent umzusetzen. Zudem sensibilisiert und berät der HGV in diesem Bereich seit Jahren.
Der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser ist für unsere Branche keine kurzfristige Reaktion auf eine Ausnahmesituation, sondern Teil eines nachhaltigen Wirtschaftens. Unsere Branche ist sich dieser Verantwortung bewusst und stellt sich ihr. Nachhaltigkeit ist längst zu einem wichtigen Bestandteil unternehmerischer Entscheidungen geworden.
Bedauerlicherweise wird mit solchen Leitartikeln bewusst oder unbewusst suggeriert, das Gastgewerbe würde sich seiner Verantwortung entziehen oder gar eine Sonderbehandlung genießen. Anstatt Einheimische und Gäste gegeneinander auszuspielen, sollten wir gemeinsam die entscheidende Frage stellen: Wie sichern wir auch künftig eine verlässliche Wasserversorgung für Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt?
Dazu braucht es Investitionen in die Infrastruktur, moderne Speichersysteme, ein intelligentes Wassermanagement sowie langfristige Strategien und Entscheidungen, die alle Nutzerinnen und Nutzer einbeziehen und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, nicht auf zugespitzten Schlagzeilen. Wasser ist keine Frage von „die einen“ oder „die anderen“.
Es ist eine gemeinsame Verantwortung.
Raffael Mooswalder, Direktor des HGV, Bozen