Seit viereinhalb Jahren endet in der Ukraine kaum ein Tag ohne die Ansprache des Präsidenten. Fast jeden Abend tritt Wolodymyr Selenskyj vor die Kamera. Meist sitzt er, schwarz gekleidet, an seinem Schreibtisch, hinter ihm die Embleme militärischer Einheiten. Seine Reden sind zu einem Ritual geworden. Sie folgen einer Dramaturgie, beginnen mit den Worten „Liebe Ukrainerinnen und Ukrainer“ und berichten von Militärhilfen westlicher Partner oder den Folgen der nächtlichen russischen Angriffe.
Umso bemerkenswerter war der 18. Juli. Wenige Tage nachdem landesweit die größten Proteste...
