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Ziel verfehlt
Die Unzuverlässigkeit des öffentlichen Personennahverkehrs im Pustertal
ff media | 7. Aug 2024 | ff 32/2024

Die Zuverlässigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel im Pustertal hat mittlerweile vor allem in der Sommersaison unzumutbare Zustände erreicht. Meine Familie nutzt für den Weg zur Arbeit Zug und Bus, und -leider muss man mittlerweile damit rechnen, mehrmals wöchentlich zu spät zur Arbeit zu kommen, wenn man nicht auf einen privaten Pkw ausweichen kann.

Bei den Zugverbindungen im Pustertal herrscht regelmäßig Chaos, speziell am Wochenende entfallen bereits am frühen Vormittag Züge oder verspäten sich stark, wodurch die Anschlüsse in die Seitentäler nicht mehr erreicht werden können und stundenlange Verspätungen entstehen.

Auch beim Anschluss der Pustertaler Züge in Franzensfeste gibt es -dauernd Probleme, sodass man es kaum riskieren kann, die empfohlenen Züge zu nutzen, wenn man eine Fernverbindung erreichen muss. Auch die Tatsache, dass bereits um 20.51 Uhr der letzte Zug von Franzensfeste ins Oberpustertal losfährt, spottet einem zeitgemäßen ÖPNV in einem Haupttal und zudem Tourismus-Hot-spot wie dem Pustertal.

Es ist oft unmöglich, nach einer Fernreise mit den Öffis ins Pustertal zu gelangen oder auch nur eine Abendveranstaltung in Bruneck zu besuchen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren.

Diese Zustände sind besonders ärgerlich, weil sie im eklatanten Widerspruch zu den hoch gesteckten Zielen und vollmundigen Versprechungen des Landesklima- und Mobilitätsplanes stehen. Auch die reichlichen Olympia-Geldmittel fließen offenbar im Gegensatz zu den Versprechungen der Landesregierung zum Großteil wieder nur in Straßenbauprojekte, während dringend notwendige Investitionen in den ÖPNV wie der abschnittsweise zweigleisige Ausbau der Pustertaler Bahnlinie und eine Ausweitung des Taktverkehrs auf die späten Abendstunden auf die lange Bank -geschoben werden.

Man kann sich leider des Eindrucks nicht erwehren, dass die Landesregierung selbst nicht an die ambitionierten Ziele des Landesklima- und Mobilitätsplans glaubt und diese somit nichts weiter als billige Wahlpropaganda waren.

Nikolaus Spitaler, Olang