Wenn der BBT-„Beobachter“ meint, „Verkehrsvermeidung wäre die beste Verkehrspolitik“, hat er recht. Sollte aber anstatt den Bau des weltweit „teuersten Ablenkungstunnels zu beobachten“, sich die Frage stellen, warum die Eisenbahn über den Brenner (DB, ÖBB, FS) vor sich hindümpelt, während auf der Straße dem LKW-Transit von Rosenheim bis Verona (Alpenkonventionsbereich) der „rote Teppich“ ausgelegt wurde. Motto: „Transit willkommen – transito benvenuto“.
Transitauslöser ist aber nie der Konsument, das ist Unfug. Es sind das europäische Autobahnnetz (TEN), der nicht harmonisierte Markt von derzeit 28 Staaten, der seit Jahrzehnten dazu führt, dass der LKW-Transit weit mehr gestiegen ist als die sogenannte wirtschaftliche Leistung in der EU und das „Lenkradlohnsklaventum“. Die Güter fahren bis zur Fertigstellung mehrere „Stationen“ in verschiedenen Staaten an, wo das eine oder andere gerade am billigsten produziert wird. Nutznießer ist die Massengüterindustrie, die gnadenlos den günstigsten Lohn-, Steuer- und Abgabenstandort nutzt und Arbeitsplätze einmal dahin und einmal dorthin „outsourct“ – auslagert. Dazu ist der LKW zum billigsten rollenden Lager für die Industrie geworden, die ihre „Lagerkosten“ auf die Allgemeinheit „verlagert“ hat.
Der Konsument muss gegensteuern: Mit dem Griff zum Regionalprodukt statt zum „Klimakiller- und Kilometerfresserprodukt“. Der BBT als „Transitlösung“ wird von denen bekämpft, welche die Straße seit Jahren immer attraktiver gemacht haben; der Politik.
Fritz Gurgiser, Vomp
