„Will Fehler machen dürfen“
ff 28/26 über das Projekt selAví, das mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung fördern will
Der AEB – Aktive Eltern von Menschen mit Behinderung begrüßt das Projekt „selAví – selbstbestimmt Leben“ ausdrücklich. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt, um Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und die persönliche Assistenz in Südtirol weiterzuentwickeln.
Persönliche Assistenz ist ein bedeutender Baustein auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe. Sie eröffnet Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten und Entscheidungen selbst zu treffen. Der AEB unterstützt dieses Ziel und steht hinter der Initiative selAví.
Gleichzeitig ist es dem AEB ein wichtiges Anliegen, dass stets Menschen mit kognitiver Behinderung und deren Familien aktiv in die Weiterentwicklung des Projekts einbezogen und von Anfang an mitgedacht werden.
Die persönliche Assistenz bringt neben großen Chancen auch eine hohe Verantwortung mit sich. Assistenznehmende übernehmen die Rolle als Arbeitgeberin und Arbeitgeber; sie sind unter anderem für die Auswahl, Organisation, Einsatzplanung und Koordination ihrer persönlichen Assistentinnen und Assistenten verantwortlich. Diese Aufgaben stellen insbesondere Menschen mit kognitiver Behinderung vor besondere Herausforderungen.
Gerade deshalb braucht es geeignete Unterstützungsmodelle und begleitende Strukturen, damit auch Menschen mit kognitiver Behinderung persönliche Assistenz in Anspruch nehmen und ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können, so wie es gesetzlich vorgesehen ist. Selbstbestimmung darf nicht davon abhängen, ob jemand alle organisatorischen und administrativen Anforderungen allein bewältigen kann.
Echte Inklusion gelingt dann, wenn Selbstbestimmung für alle Menschen möglich wird.
Angelika Stampfl und Irmhild Beelen, AEB, Bozen