Sommer ist Sonne, Sommer ist Strand. Sommer ist aber auch Stau und Sommer bedeutet Touristen, wohin man auch blickt. Kein Wunder, dass halb Europa fordert: „Tourist go home!“ In Palma de Mallorca beispielsweise gingen Ende Mai Tausende Demonstranten auf die Straße, ähnliche Bilder gab es aus Teneriffa. In Venedig versucht man indes, die Besuchermassen zu lenken; in Portugal will man Reisende mit speziellen Angeboten von den Hot-
spots ins weniger touristische Hinterland locken. In Barcelona hingegen soll es ab 2029 keine Ferienwohnungen mehr geben, weil die Mieten dadurch massiv in die Höhe gestiegen sind.
All diese Maßnahmen und Proteste richten sich gegen ein Tourismusmodell, das den einzelnen Orten nicht mehr guttut und das geändert werden muss. Das ist in Südtirol leider nicht anders als anderswo. Umso verwunderter ist man über das Vorhaben, die Skigebiete in Gröden mit dem Skigebiet auf der Seiser Alm zu einem Liftkarussell zusammenzuschließen. Alexander van Gerven hat sich die Pläne angeschaut und mit den Beteiligten vor Ort gesprochen. Er hat sie gefragt: Warum diese neue Verbindung? Und was hat man vor mit diesem „Naturjuwel“ Seiser Alm, der angeblich „größten und schönsten Hochalm Europas“? Welche teils erstaunlichen Antworten er erhalten hat, können Sie in der aktuellen Titelgeschichte nachlesen, ab Seite 16.
Auf der Seiser Alm konnte man jüngst auch eine Aufführung von Tanz Bozen/Bolzano Danzabewundern. Das Festival feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Jubiläum. Gleichzeitig ist es die letzte Ausgabe, die unter der künstlerischen Leitung von Emanuele Masi stattfindet. Nach 14 Jahren verabschiedet sich der 46-jährige Bozner. Markus Larcher hat ihm in seinem Büro am Sitz der Haydn-Stiftung einen letzten Besuch abgestattet und gefragt: Was lässt er los? Uns was hinterlässt er? Die Geschichte gibt es ab Seite 48.
Für alle hingegen, bei denen sich nach dem Ende der Fußball-EM erste Entzugserscheinungen einstellen, empfehlen wir das Sommergespräch, im Heft ab Seite 38. Andrej Werth – selbst kein Fußballfan – hat sich mit Michael Cia getroffen, einstige Südtiroler Fußballhoffnung. „Fußball“, so Cia, „ist ein Business mit viel Geld. Die Frage ist immer, wie gut du bist.“

