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Tourist first
Gibt die RittenCard den Gästen zu viele Privilegien? Leserbrief von Michael Gamper in ff 27/24
ff media | 17. Jul 2024 | ff 29/2024

Die RittenCard gibt den Gästen viele Privilegien, so wie der Südtirol Guest Pass auch. Das stimmt. Doch sie sind ganz und gar nicht umsonst. Die Gastgeber entrichten für die RittenCard 2,70 Euro plus Mehrwertsteuer pro Nächtigung (nicht 0,50 Euro). Damit dürfen die Gäste die öffentliche Mobilität nutzen, Museen besuchen und einige Rittner Leistungen in Anspruch nehmen. 2023 wurden über die RittenCard knapp 900.000 Euro (nicht 167.427 Euro) eingenommen, die unter den jeweiligen Partnern (Mobilität, Museen und Rittner Leistungsträger) aufgeteilt werden. Eine stattliche Summe für eine Destination mit 396.004 abgabepflichtigen Nächtigungen, die von den Gästen und deren Gastgebern bezahlt wird. Dass die Rittnerinnen und Rittner den vollen Preis für die Bergfahrt auf die Schwarzseespitze zahlen müssen, stimmt glücklicherweise auch nicht. Für die Rittner Bürger gibt es schon seit vielen Jahren den Ritten Pass. Er inkludiert die Berg- und Talfahrten, den Parkplatz, Hunde- und Fahrradtransport sowie den Eintritt in die Schwimmbäder. In der Sommersaison vom 9.5. bis 3.11.2024 (179 Tage) kostet der Ritten Pass 119 Euro, also 0,66 Euro pro Tag. Viel weniger als eine Fahrt mit der RittenCard, die weder Parkplatz, Hunde- noch Fahrradtransport enthält. Die Rittner Horn Bergbahnen AG beteiligt sich übrigens an der Aktion Seilbahnsommer 2024 und gewährt allen, die einen Südtirol Pass haben, einen Rabatt von 30 Prozent.

Die Preispolitik des Südtirol Guest Pass liegt nicht in unserer Kompetenz, doch möchten wir hier betonen, dass keine Aktivierungsgebühr mehr anfällt und dass die zuständigen Behörden an einer Vorzugsspur bei der Rittner Seilbahn arbeiten. Außerdem bemüht sich die Rittner Arbeitsgruppe Mobilität unter der Leitung des Tourismusvereins schon seit Jahren um eine Reduzierung der Tarifkilometer für die Rittner Bahn zugunsten derer, die den Südtirol Pass haben.

Entgegen Herrn Gampers Aussage wird auch die bedeutende Rolle des Tourismus für die lokale Wirtschaft in Südtirol errechnet. Im Auftrag des Tourismusvereins Ritten untersuchte das GAW Institute aus Innsbruck die wirtschaftliche Bedeutung des Nächtigungstourismus. Im Jahr 2023 betrug das Gesamt-Bruttoregionalprodukt (BRP) aus dem Tourismus am Ritten über 94,31 Millionen Euro und schaffte 815 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze. Diese umfassenden Ergebnisse aus direkten, indirekten und induzierten Einflüssen verdeutlichen die signifikante Rolle des Nächtigungstourismus als wirtschaftlicher Treiber am Ritten, der nicht nur Arbeitsplätze schafft, sondern auch weitreichende Wertschöpfungseffekte in verschiedenen Sektoren generiert.

Tourismusverein Ritten, Direktorin Monika Hellrigl