Der Standort: ideal. Die geplante Grube befindet sich nur 300 Meter vom Schotterwerk entfernt. Die nächsten Wohnhäuser sind weit genug entfernt und von einem Wäldchen abgeschirmt. Die Qualität: ideal. Laut Bohrungen liegt unterhalb der Wiese, die derzeit als Weide genutzt wird, „bestes Material“. Das Genehmigungsverfahren: Die meisten Hürden hat die BWR GmbH (das Kürzel steht für Beton Werk Recycling) bereits übersprungen. Nach der positiv ausgegangenen Umweltverträglichkeitsstudie („keine nachhaltigen Beeinträchtigungen“) wartet man jetzt auf den Ausgang der strategischen Umweltprüfung...
Hassliebe Schottergruben
Der Streit um eine neue Abbauzone in Gais zeigt, wie schwer sich die Politik tut, Wirtschaft und Umwelt auf einen Nenner zu bringen.
66 Schottergruben gibt es derzeit in Südtirol. Die größten befinden sich in Neumarkt (3 Millionen Kubikmeter Fördermenge insgesamt), Völs (2 Mio.) und Niederdorf (1,2 Mio.). Die Situation ist je nach Bezirk höchst unterschiedlich: Am meisten gefördert wurde 2018 im Pustertal (332.067 Kubikmeter), wenig im Burggrafenamt (96.834), am wenigsten im Raum Bozen (null). Der Landesschotterplan ist 2015 abgelaufen, derzeit bastelt eine Arbeitsgruppe nach neuen Richtlinien. Die Gretchenfrage: einige wenige große Gruben – oder viele kleine? Schotter braucht es für die Beton- und Asphaltproduktion. Gruben sind aber auch als Deponien für Aushubmaterial gefragt.
Foto: Alexander Alber
