Belluno, Mitte Mai. Mir gegenüber sitzt jene Frau, die oft als „die Mutigste Afghanistans“ bezeichnet wird. Klein ist sie, mit schwarzen mittellangen Haaren, Jeansbluse und Schal um den Hals: Malalai Joya, 39 Jahre alt, Friedensaktivistin, Frauenrechtlerin, ehemalige Parlamentsabgeordnete. Sie spricht entschieden und schnell, weil sie viel zu sagen hat und wenig Zeit. Gerade ist sie in Italien, um von ihrem Engagement zu erzählen: für die Befreiung ihrer Heimat, die, wie sie sagt, seit ihrer Geburt eine Tragödie lebe.
ff: Frau Joya, wem stehen Sie politisch...
