Rennräder, Mountainbikes und E-Bikes sind begehrlich. Die Inhaber von Sanvit in Eppan wissen das nur zu gut. Vor zwei Wochen rammte ein Lieferwagen die Glasfront ihres Geschäfts – mit einer Brutalität, die man nur aus Actionfilmen kennt. Zwei Vermummte sprangen hinein, entwendeten zehn Räder und warfen sie auf die offene Rückseite des Lieferwagens. Sekunden später waren sie weg. Auf Nimmerwiedersehen. Wie bereits vor einem Monat, beim vorherigen Einbruch. Was bleibt, sind die Aufnahmen der Videokameras – und Besitzer, die sich anhören müssen, warum sie denn keine fetten Betonbolzen vor ihr Geschäft gestellt haben. Als wäre man selbst schuld, wenn Kriminelle mit einem Rammbock anrücken. Es war der zweite Einbruch innerhalb eines Monats. Der Schaden: knapp 70.000 Euro. Mehr Glück hatte das Fahrradgeschäft Flarer in Sinich – die Banditen schlugen mit Brecheisen die Schaufenster ein, konnten von einem manuell ausgelösten Alarm aber in die Flucht geschlagen werden.
Einbrüche in Südtirol häufen sich. Das ist kein Gefühl, das belegen die Zahlen: Jeden Tag wird in drei Wohnungen eingebrochen. Die Staatsanwaltschaft Bozen hat zwischen Ende Juni 2024 und Ende Juni 2025 zu 1.450 Wohnungseinbrüchen und Taschendiebstählen ermittelt – das sind 250 mehr als ein Jahr zuvor. Allein aus meinem erweiterten Bekanntenkreis höre ich fast jedes Monat von einem Einbruch.
