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Die Debatten im Landtag: Erste Sommerbräune
12. Jul 2023 | ff 28/2023

Eigentlich sitze ich am Vorabend der angekündigten afrikanischen Hitzewoche ja nur in meinem klimatisierten Urlaubsdomizil und möchte die nächste Kolumne schreiben – vielleicht was Leichtes, Sommerliches ... oder doch wieder was mit Tourismus, passend zur Saison und um die Trolle bei Laune zu halten (machen die eigentlich nie Urlaub?) – da lenken mich die Schlagzeilen der jüngsten Meldungen aus dem Landtag ab.

Von „pakistanischen Tellerwäschern mit BMWs“ ist da die Rede (so zitiert die Tageszeitung nicht ganz unironisch Sven Knoll), und Brigitte Foppa berichtet von Reden im Hohen Haus, bei denen es um „stark gebräunte Dealer“ und Ausländer geht, die abgeschoben werden sollen, weil sie es angeblich zu 90 Prozent seien, die Straftaten begehen.

Und ich frage mich: Gibt es im Landtag denn niemanden, der dafür zuständig ist, den Urhebern derartig rassistischer, ausländerfeindlicher, falscher und manchmal schlicht inhumaner Sager die Ohren lang zu ziehen? In jeder Firma, was sage ich, in jeder Schulklasse hat das Übertreten bestimmter gesellschaftlicher Grundregeln Konsequenzen. Wie wäre es also mit einer Streichung der Gehälter für jene Politiker, die keine Gelegenheit auslassen, um ihren Hass-Feldzug gegen alles Andersartige zu führen, alles, was gegen diese „Tirol isch lei oans“-Mentalität verstößt, mit der sich die meisten von uns eh schon lange nicht mehr identifizieren?

Lieber Landeshauptmann und Konsorten, anstatt Eltern von gewaltbereiten 15-Jährigen die Beiträge zu kürzen, kürzt den Sesselwärmern, die euren Berufsstand mit ihren unqualifizierten Äußerungen in den Schmutz ziehen, doch mal das Honorar. Laut deren Logik klappt es dann ja mit einem zivilisierten Umgang miteinander. Oder sollte manche Lösung doch etwas komplexer sein, als diese Schreier ihren Wählern weismachen wollen?

von Bettina Conci | Schreibt Kolumnen, Kurzgeschichten, Kindgerechtes und Kontroverses