Vergangene Woche war es in der Nacht in Bozen so heiß wie noch nie, 25,4 Grad. Nach 37 Grad untertags. Vielleicht ist es, wenn Sie diesen Leitartikel lesen, schon ein wenig kühler geworden. Ich wünsche es Ihnen – und mir.
Trotzdem: Die Hitze wird bleiben. Und die Tage mit großer Hitze werden mehr werden. Sie sind schon mehr geworden. Das ist keine Erfindung, das sagt die Wissenschaft.
Es ist sehr, sehr heiß. Die Menschen leiden (und sterben daran). Die Hitze konditioniert Leben und Wirtschaft.
Es ist heiß, überall in Europa. Die Medien überschlagen sich mit Ratschlägen, was man bei der Hitze tun oder lassen soll. Niemand redet vom Klimawandel, aber alle reden von der Klimaanlage, die man sich unbedingt anschaffen muss. Und ein unseliges Bündnis aus Konservativen und Rechtsextremen versucht, die Maßnahmen gegen den Klimawandel auszuhebeln.
Maßnahmen, das wären: nachhaltiges Wirtschaften, Umstellung auf erneuerbare Energien, Verbot des Verbrennermotors. Schadet der Wirtschaft, heißt es, bremst das Wachstum, es ist halt Sommer, heiß war es immer schon. Und vielleicht hat die Erderwärmung ja sogar ihr Gutes. Dabei wäre die grüne Wirtschaft ja auch ein Treiber der Wirtschaft, würde man sie nicht so halbherzig betreiben wie jetzt.
Manche leugnen sogar den Klimawandel: Es sind meistens Politikerinnen und Politiker, die weit rechts draußen angesiedelt sind, in Italien, in Österreich, in Deutschland, oder die gute Verbindungen zur Erdöl- oder Autoindustrie haben. Es sind die „Männer, die die Welt verbrennen“ (so der Titel des neuen Buches von Spiegel-Kolumnist Christian Stöcker).
Die Politik wird jetzt von etwas anderem getrieben. Von der Wirtschaftskrise, der Inflation, dem Krieg, dem Wuchern des Populismus.
