Alle Zwangsmaßnahmen müssen dem Vormundschaftsrichter gemeldet werden, sie müssten veröffentlicht werden, um darüber zu diskutieren. Seit Jahren verlangen der Verband Ariadne, der Dachverband für Gesundheit und Soziales, dass diese Daten zugänglich gemacht werden und im Landeskomitee für Psychiatrie, wo sämtliche Player versammelt sind, erörtert werden. Allein dieses Komitee wird seit Jahren nicht mehr einberufen und die Daten werden geheim gehalten. Diverse Aussprachen mit der Verwaltung, mit dem zuständigen Landesrat führten ins Nichts. Ich verstehe nicht, warum eine Verwaltung sich beharrlich wehrt, eine Diskussion mit allen Beteiligten zu führen.
Auch der 30 Jahre alte Landespsychiatrieplan wurde in keinem Komma verändert, in vielen Punkten ist er bis heute nicht erfüllt.
Zurück zur Tagung. Eine Teilnehmerin äußerte, heute habe sie mehr Angst vor der Psychiatrie als vor einer Psychose. Diese Aussage stimmte mich traurig, wenn jemand die Psychiatrie als Ort der Gewalt und nicht als Ort der Heilung erlebt, ist das schlimm – ich bin froh, dass dies nicht meine Erfahrung ist. Ja, ich bin allen in der Psychiatrie Tätigen dankbar. Im permanenten seelischen Ausnahmezustand versuchen sie die Menschlichkeit hochzuhalten. Ich versuche in meinen Vorträgen, Seminaren und Schulbesuchen dieses positive Bild zu zeigen und rufe alle auf, sich aktiv Hilfe zu suchen. Kein Problem ist so groß, dass es nicht eine Lösung dafür gäbe.
Richard Santifaller, Brixen
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Kein Bock auf Kaserne
26/26 über die Wiedereinführung des Wehrdienstes und was die Jugend dazu sagt
Es gab auch Südtiroler konservativer Ausrichtung, die damals der Meinung waren, dem Verfasser hätte es gutgetan, wenn er den Militärdienst hätte ableisten müssen, man glaubte, das Militär hätte aus einem Querkopf einen gehorsamen Konformisten gemacht – weit gefehlt.
Der Verfasser sah das Marschieren in Uniform im Gleichschritt als eine sinn- und geistlose Sache, die Schulung im Umgang mit Schusswaffen als eine Vorbereitung auf das Töten von Menschen, was dem Gewissen des Verfassers zur Gänze widersprochen hätte. Dem Verfasser wurde bereits in seiner Kindheit von einem Großonkel, Bruder der im Angehörigenkreis präsenten Großmutter, erzählt, der in den Zweiten Weltkrieg eingezogen worden war und sich in Polen, wo SS-ler polnischen Müttern Kinder aus den Armen gerissen und damit Fußball gespielt hatten, geweigert hatte, Befehle weiterzugeben. Mit der Folge, die dafür vorgesehen war und die mit dem Schaufeln des eigenen Grabes begann.
Der Verfasser dieses Textes wäre niemals dazu bereit, auf palästinensische Kinder zu schießen, besser wäre es, auch nach einem bitteren Tod, mit reinem Gewissen vor den Schöpfer hinzutreten. Manchmal ist von dem alten, verkommenen Mythos eines Vaterlandes die Rede, den Rechtsparteien wieder vom Müllplatz der Weltgeschichte geholt haben und zu recyceln versuchen. Ein Staat ist nichts Sakrosanktes, sondern eine Verwaltungsinstitution, etwas völlig Profanes, für das man weder Zeit noch Energien investieren sollte.
Verpflichtender Wehrdienst soll Menschen das Recht auf Gewissensfreiheit nehmen.
Georg Lezuo, Bozen