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Vom Campolongopass zum Boè-See
ff media | 3. Jul 2024 | ff 27/2024
Vom Campolongopass gelangt man auf einsamen, aussichtsreichen Pfaden zu dem türkisgrünen Bergsee.

Foto: Anja Eichelsdörfer

Der Boè-See in der Sellagruppe ist ein Ort zum Ausruhen und Entspannen. Anfangs steigen wir auf breitem Weg steil bergauf, mit Blick auf die mächtigen Wände des Sellastocks, dann werden die Steige schmaler und winden sich durch die felsige Dolomitenlandschaft zum See.

Wenige Meter von der Bushaltestelle am Campolongopass entfernt, auf Höhe des Passschildes, starten wir auf Weg Nr. 636 bzw. Nr. 640 („Lièch de Boè“) steil bergauf. Wie schnell wir an Höhe gewinnen, sehen wir beim Blick über die Schulter: Die Passstraße liegt schon bald weit unter uns! Nach etwa 40 Min. erreichen wir die Kaiserhütte (Rifugio Bec de Roces). Auf der Höhe von zwei Skiliften verlassen wir den breiten Weg und biegen rechts auf einen schmalen Steig ab (Nr. 640/636, „Lièch de Boè“).

Jetzt kommt der anstrengendste, aber auch spannendste Teil der Wanderung, auf dem erst gerölligen, später steinigen Steig müssen wir einige Male die Hände zu Hilfe nehmen. Je nach Kondition braucht man für diesen Abschnitt 30–45 Min. An einer Abzweigung geht es geradeaus weiter in Richtung „Liech de Boè“ (Nr. 640/636). Kurz darauf endet der Weg am Fuße des Col de Stagn. Wer links abbiegt, kann in etwa 3 Std. den Piz Boè erreichen (schwieriger Alpinweg). Wir entschließen uns für rechts und folgen weiter der Ausschilderung zum Boè-See (Nr. 640). Auf schmalem Steig geht es nun, mit Blick auf die weite Almenfläche der Pralongia und die dahinter aufragenden Gipfel der Fanesgruppe, über die Grashänge des Sellastocks leicht bergauf. An der nächsten Gabelung halten wir uns rechts (Nr. 638, „Liech de Boè“), gehen unter dem Vallon-Sessellift hindurch und blicken wenig später auf den idyllischen Liech de Boè und die hinter ihm aufragenden mächtigen Felswände.

Für den Rückweg folgen wir Weg 638 („Lift Boè“) hinunter zum Lift, vor der Piz- Boe-Alpin-Lodge nehmen wir den rechts abzweigenden Schotterweg (Nr. 638, „Passo Campolongo“), der stetig bergab führt. An einer Weggabelung lassen wir uns weiter von der Ausschilderung zum „Passo Campolongo“ leiten. Mit der Ütia Planfisti liegt eine weitere schöne, nicht ganz so überlaufene Einkehrmöglichkeit auf unserer Route. An der Passstraße angekommen, biegen wir rechts ab und wandern an der Straße zurück zum Ausgangspunkt.

Infos in Kürze

Größtenteils einfache Wanderung, zum Teil aber recht steil, Trittsicherheit nötig.

Start: Campolongopass, 1.875 m

Gehzeit: 3–3¼ Std.,
480 Hm, 6,5 km

Anfahrt: Durch das Gadertal (alternativ über das Grödner Joch) nach Corvara und weiter auf
den Campolongo-Pass.

Öffis: Bus: 472, Haltestelle: Cherz

Einkehrtipp

Kaiserhütte (Rifugio Bec de Roces): Berghütte mit Übernachtungsmöglichkeit, große Panoramaterrasse, großer Kinderspielplatz.
Mitte Juni bis Ende September geöffnet.
Tel. 0436 79193,
www.becderoces.it

Ütia Planfisti: Idyllische kleine Almhütte, ladinische Küche, sehr gute selbstgemachte Kuchen. Tel. 338 4581288.

Die ungekürzte Version und viele weitere Wandertipps finden Sie im Buch.

Foto: Anja Eichelsdörfer

Das Buch zum Tipp

Anja Eichelsdörfer

Dolomiten hautnah

Leichte bis mittelschwere Wanderungen

Folio Verlag 2024

ISBN 978-3-85256-898-0

Erhältlich im Buchhandel.