Händeringend wird nach Fachkräften gesucht. Die Schuld für die Misere am Arbeitsmarkt schiebt man allzu gerne der Demografie, covidbedingten Nachwehen und dem Ausscheiden der Baby-Boomer in die Schuhe. Doch ein Holzscheit allein brennt auch in der Jobwelt nicht. Hat sich nie einer gefragt, ob bestimmte Berufssparten nicht ein Attraktivitätsproblem haben, sprich Löhne und Gehälter zahlen, die einfach einem nicht aktuellen Stand zum Bestreiten der Lebenshaltungskosten entsprechen? Des Weiteren hakt es trotz stark propagierter Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Teilzeitstellen, älteren wechselwilligen Arbeitnehmern wird es nicht leicht gemacht und die Recruiting-Prozesse sind alles andere als schlank. Andere Wege, als an diesen Stellschrauben zu drehen, sehe ich keine, um das (noch) vorhandene Arbeitskräftepotential aus der Reserve zu locken.
Thomas Malfertheiner, Bozen