Eine Tagesstruktur aufbauen. Das ist wohl das Wichtigste, um nicht durchzudrehen – und gleichzeitig das Schwerste, wenn man 24 Stunden pro Tag dieselben Wände vor Augen hat – und den Jetlag im Kopf. Seit über einer Woche ist meine Welt sehr klein: knapp zehn Quadratmeter, Zimmer 811, im Quarantäne-Bunker Toyoko Inn, ausgesucht von der japanischen Regierung. Wo das Hotel steht, ist unerheblich – das Leben außerhalb meiner vier Wände muss ohne mich weiterlaufen. Nur die Tür darf ich kurz öffnen, um das Essen reinzuholen, den Mülleimer rauszustellen oder den Gesundheitsreport mit der...
