Wer Radames’ Welt betreten will, muss zuerst an ihm vorbei. Radames Gabrielli, 60 Jahre, groß und stämmig, dichter Schnauzer auf der Oberlippe, große Brille im Retrolook, steht vor seinem Häuschen inmitten der kleinen Siedlung. Es ist Nachmittag und warm, Autos rollen auf den Straßen rundherum vorbei, Radames ruft einige junge Männer herbei – „Kommt schon, jetzt könnt ihr über Salvini reden!“ Gleichzeitig fingert er an seinem Handy herum, zeigt Fotos von einem Roma-Lager in Rom, das Bürgermeisterin Virginia Raggi jüngst zerstören ließ. „Es reicht“, sagt er, „Sinti oder Roma zu sein, um...
Salvinis Sündenböcke
Der italienische Innenminister will Sinti und Roma zählen lassen. Das erregt kaum Protest – auch nicht in Südtirol. Woher kommt die Blindheit gegenüber diesem Volk?
