Nachdem „institutionelle Verpflichtungen“ es scheinbar verhindert haben, zum Staatsbegräbnis von Berlusconi nach Mailand zu fahren, sind einige SVP-Exponenten um Schadensbegrenzung bemüht, hat ihnen doch Carlo Vettori die Rute ins Fenster gestellt. Denn bald gibt es Wahlen und man braucht einen Koalitionspartner, aus welcher Ecke auch immer. Und so versuchen nun einige aus der Sammelpartei, sich dem Partner im Europaparlament auf beschämende Weise anzubiedern, indem sie der Senatorin Unterberger für deren couragierte Rede eine lautstarke Schelte erteilen. Besonders nah scheint Vettoris Drohung dem Südtiroler Europaparlamentarier gegangen zu sein, wobei gerade dieser sich stets als sehr loyal und zahnlos im Umgang mit Berlusconi und dessen Partei erwiesen hat. Sollte wegen dieser Ungehörigkeit Unterbergers sein „Sessel“ in Gefahr sein? Ob dies der Grund für die große Aufregung sein mag oder doch eine weltanschauliche Nähe zu Berlusconis politischem Lager? Beides sollte zu denken geben.
Walter Mair, Toblach