Vor ein paar Wochen kam Stephan Lausch in die Redaktion. Er war auf Propagandatour für die Direkte Demokratie. Lausch macht das seit Jahren. Sich für die Direkte Demokratie einzusetzen, das ist sein Beruf. Lausch warb für zwei Gesetzesentwürfe. Mehr und leichtere Volksabstimmungen, einfachere Unterschriftensammlung, mit einer Kommission, die bei der Zulassung von Referenden unabhängig ist.
Jetzt hat der Landtag über die zwei Gesetzesentwürfe entschieden, die Grüne und Team K in den Landtag gebracht haben. Als Lausch in der Redaktion saß, war er überzeugt: Es wird eine knappe Mehrheit dafür geben. Er meinte: SVP, Fratelli d’Italia (Galateo, Scarafoni), Forza Italia (Bianchi) würden dagegen stimmen, Landesrätin Ulli Mair (Freiheitliche) und die Opposition dafür.
Er hat sich getäuscht.
Die Demokratie befindet sich zweifelsohne in einer Identitätskrise. Viele Menschen fühlen sich nicht vertreten und gehört. Sie wenden sich ab, sind wütend und erliegen den Verlockungen der Populisten, die billige Versprechungen machen.
