Der Religionslehrer Andreas Gruber verortet eine Ursache für die Zunahme gewaltbereiter männlicher Jugendlicher darin, dass an der Mittelschule Röd in Bruneck von 84 Lehrpersonen siebzig Frauen um die vierzig sind. Diese Frauen seien nämlich nicht in der Lage „mit jungen Burschen umzugehen, die voll in der Pubertät stecken, deren Testosteron verrückt spielt und die oft wirklich grausam sein können.“
Wenn Norbert Dall’Ò als Autor der Titelgeschichte gerade diesen Satz – kommentarlos – aus einem wahrscheinlich längeren Gespräch zitiert, kann ich das nur als Zustimmung deuten.
Beide Männer vergessen offensichtlich, dass Frauen um die vierzig auch die Mütter dieser Testosteron-geplagten Jugendlichen sind. Aber wahrscheinlich versagen sie auch in dieser Rolle?!
Manchmal kommen die Stereotype wirklich aus der untersten Schublade.
Martha Verdorfer, Bozen